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Matthias Block
Gründer von BARF-BOX & BARF-Experte
Matthias Block
Gründer von BARF-BOX & BARF-Experte
„Ich habe BARF-BOX gegründet, weil mein Hund Bobby starke Unverträglichkeiten hatte – heute weiß ich, wie wichtig eine wirklich passende Ernährung ist.“
Entwickelt seit 2017 bedarfsgerechte Barf-Menüs gemeinsam mit Ernährungsexperten
Fokus auf echte Lebensmittelqualität – 100 % naturbelassen, ohne Zusätze
Unser Ziel: BARF so einfach und sicher machen, dass jeder Hund davon profitiert
Kohlenhydrate beim Barf: sinnvoll oder überflüssig für den Hund?
Du stehst in der Küche, schneidest frisches Muskelfleisch, portionierst Innereien und wiegst Knochen ab. Mit der Zeit fragst du dich, ob eine Handvoll Kartoffeln oder Reis in den Hundenapf gehört. Viele Barfer glauben fest daran, dass Hunde reine Fleischfresser sind und im Futter keine Stärke brauchen. Beim Thema Kohlenhydrate für den Hund beim Barf scheiden sich in Foren und auf Hundewiesen die Geister. Die einen verteufeln jedes Getreidekorn, die anderen mischen fleißig Flocken unter das Fleisch. Schauen wir uns an, was wirklich hinter dem Mythos steckt und wie das Verdauungssystem deines Vierbeiners arbeitet.
- Brauchen Hunde Kohlenhydrate oder reicht reines Fleisch?
- Wie viele Kohlenhydrate braucht ein Hund täglich im Futterplan?
- Die Wahrheit über Getreide, Pseudogetreide und Kartoffeln
- Die klassische Barf-Ration im Vergleich
- Mythen rund um Keime, Magensäure und die Psyche
- So gelingt die Futterumstellung ohne Magen-Darm-Stress
- Häufig gestellte Fragen
Brauchen Hunde Kohlenhydrate oder reicht reines Fleisch?
Die kurze Antwort lautet: Rein biologisch gesehen gibt es keinen essentiellen Mindestbedarf an Kohlenhydraten. Dein Hund kann seinen Bedarf an Glukose über den internen Stoffwechsel aus Proteinen und Fett selbst decken. Das Beutetierschema für die Nahrung wird auch außerhalb der Natur genutzt. Ein Wildhund frisst primär Fleisch, Organe und Knochen. Trotzdem haben domestizierte Vierbeiner im Laufe der Evolution gelernt, Stärke effizienter aufzuspalten als Wölfe. Hunde besitzen im Vergleich zum Wolf mehr Enzyme im Dünndarm für den Abbau von komplexen Kohlenhydraten.
Vorteile der Fütterung moderater Mengen an leicht verdaulicher Stärke:
- Energiequelle: Gekochte Kohlenhydrate entlasten den Proteinstoffwechsel und liefern schnelle Kraft.
- Gewichtskontrolle: Bei Hunden, die schlecht zunehmen, liefert der Kohlenhydratanteil Energie, ohne den Organismus mit zu viel Eiweiß zu belasten.
- Organentlastung & Proteinschutz: Die Stärke verhindert, dass wertvolles Eiweiß rein zur Energiegewinnung statt als Muskelbaustoff genutzt wird. Das senkt den Harnstoffwert und schont Leber sowie Nieren.
Wie viele Kohlenhydrate braucht ein Hund täglich im Futterplan?
Es gibt keine feste Regel, die für jede Futterration gilt, da das ideale Verhältnis vom einzelnen Tier abhängt. Ein Schlittenhund im Winter benötigt eine fettarme Diät mit Fokus auf High-Protein, während ein ruhiger Familienhund von weniger Fett profitiert.
Als Richtwert gilt: Wenn du Kohlenhydrate fütterst, macht der pflanzliche Anteil (inklusive Gemüse) meist 20 bis 30 Prozent der Futtermenge aus. Der Rest teilt sich in Muskelfleisch, Innereien, Pansen/Blättermagen sowie RFK/Knorpel (rohe fleischige Knochen) auf.
In besonderen Lebensphasen ändert sich dieser Wert jedoch massiv:
- Trächtigkeit: Eine tragende Hündin hat in den letzten Wochen einen stark erhöhten Bedarf an Glukose, um die Welpen zu versorgen.
- Sport- und Leistungshunde: Diese Tiere verbrennen Energie extrem schnell und profitieren von leicht verdaulichen Kohlenhydraten wie Reis oder Pseudogetreide.
- Nierendiät: Hier muss man den Proteingehalt senken. Kohlenhydrate füllen dann die Lücke im Hundefutter, damit der Hund sein Körpergewicht hält.
Die Wahrheit über Getreide, Pseudogetreide und Kartoffeln
Viele Hundebesitzer wechseln zu Barf (biologisch artgerechte Rohfütterung), weil sie minderwertiges Fertigfutter vermeiden wollen. Oft enthält billiges Trockenfutter zu viel Vollkorn-Weizen, Sojamehl oder Mais. Wenn wir beim Barfen über Kohlenhydrate sprechen, meinen wir aber hochwertige, gekochte Zutaten und keine Reste aus der Futtermittelindustrie.
Einige Getreidekörner enthalten Gluten, das bei empfindlichen Hunden zu Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) führen kann. Ungekochtes Getreide enthält zudem Lektine, die den Darm reizen können. Deshalb gilt eine Grundregel beim Barfen: Jedes Getreide und jede Knolle muss komplett weich gekocht sein. Nur im aufgeschlossenen Zustand können Kohlenhydrate im Dünndarm optimal verwertet werden, ohne dass ungebetene Reste im Dickdarm landen und Verdauungsprobleme oder Durchfall auslösen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt glutenfreie Alternativen im Futter:
- Kartoffeln und Süßkartoffeln (ohne grüne Stellen und gekocht)
- Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa oder Buchweizen
- Reis (sehr weich gekocht, ideal als Schonkost)
- Hirse oder glutenfreie Flocken für eine schnelle Zubereitung
Vermeide Zutaten wie Hartweizen oder minderwertige Nebenprodukte im Futterwechsel, um das Risiko für Allergien und Zahnstein gering zu halten.
Die klassische Barf-Ration im Vergleich
Ein sauber erstellter Futterplan orientiert sich am Wolf und teilt die tierischen Komponenten präzise auf, um den Nährstoffbedarf zu decken. Hier siehst du den Unterschied zwischen einer rein fleischbasierten Fütterung und einer Ration mit Kohlenhydraten.
Komponente | Ohne Kohlenhydrate (Beutetierschema) | Mit Kohlenhydraten |
Tierischer Anteil | 80% des Gesamtplans | 60% bis 70% des Gesamtplans |
Muskelfleisch | 50% vom Tieranteil (hoher Fettanteil) | 40% vom Tieranteil (moderater Fettgehalt) |
Pansen / Blättermagen | 20% vom Tieranteil | 20% vom Tieranteil |
Innereien | 15% (Leber, Niere, Milz) | 15% (wichtig für Vitamin A) |
Knochen / Knorpel | 15% RFK/Knorpel für Calcium | 15% oder alternativ Knochenmehl |
Pflanzlicher Anteil | 20% Gemüse und Obst | 30% bis 40% (Gemüse + gekochte Kohlenhydrate) |
Egal, für welche Fütterungsform du dich entscheidest: Wichtige Nahrungsergänzungen gehören immer in den Speiseplan. Dazu zählen Omega-3-Ölen (wie Leinöl) für essentielle Omega-3-Fettsäuren, Lebertran für Vitamin D sowie Jod aus Seealgenmehl. Wenn du die Mengen nicht im Kopf hast, hilft dir ein digitaler Barf-Rationsrechner.
Mythen rund um Keime, Magensäure und die Psyche
Immer wieder hört man Warnungen vor Salmonellen und anderen Keimen im rohen Fleisch oder Fisch. Ein gesunder Hund besitzt eine aggressive Magensäure, die mit den meisten Erregern und potenziellen Parasiten problemlos fertig wird. Dennoch schadet Hygiene bei der Zubereitung der Barf-Ration nicht. Achtung: Verwende niemals rohes Schweinefleisch, da dieses das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus übertragen kann.
Interessant ist der Einfluss von Kohlenhydraten auf das Verhalten. Die Aminosäure Tryptophan ist der Baustein für das Wohlfühlhormon Serotonin. Damit Tryptophan die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann, hilft ein kurzer Insulinausstoß, der durch Kohlenhydrate ausgelöst wird. Zudem unterstützen Vitamin B3 und Vitamin B6, die oft in Getreidekeimen stecken, die Nervenfunktion. Einige nervöse Hunde werden durch eine kleine Menge Stärke im Futter sichtlich ausgeglichener.
So gelingt die Futterumstellung ohne Magen-Darm-Stress
Wenn dein Hund bisher nur Trockenfutter oder normales Hundefutter aus der Dose kennt, ist sein Magen-Darm-Trakt an eine gleichförmige Nahrung gewöhnt. Ein plötzlicher Futterwechsel auf rohes Fleisch kann unter Umständen die Verdauungsenzyme überfordern, erfolgt in der Regel aber problemlos.
- Schritt 1: Starte mit einer Proteinquelle (z. B. mageres Huhn oder Rind) und koche es anfangs leicht an.
- Schritt 2: Nutze leicht verdauliche Schonkost wie matschig gekochten Reis und geraspelte Karotten, um den Magen zu beruhigen.
- Schritt 3: Erhöhe schrittweise den Anteil an rohem Muskelfleisch und reduziere die Kochzeit.
- Schritt 4: Führe Innereien und Knochen erst nach ein bis zwei Wochen langsam ein, um Durchfall oder Knochenkot zu vermeiden.
Beobachte den Kot deines Hundes genau. Er zeigt dir am besten, ob die Enzymproduktion bereits optimal läuft oder ob du das Tempo drosseln musst.
Häufig gestellte Fragen
Brauchen Hunde beim Barf zwingend Kohlenhydrate?
Nein, Hunde sind nicht zwingend auf Kohlenhydrate angewiesen. Sie können Energie auch aus Fett und Proteinen gewinnen. Dennoch sind leicht verdauliche Kohlenhydrate eine nützliche Energiequelle, die den Proteinstoffwechsel entlastet und Hunde in bestimmten Lebensphasen (wie Krankheit, Sport oder Trächtigkeit) unterstützt.
Welche Kohlenhydrate vertragen Hunde am besten?
Sehr gut verträglich sind weich gekochte Kartoffeln (ohne Schale), Reis, Hirse sowie Pseudogetreide wie Quinoa und Amaranth. Auch spezielle, weiche Flocken aus dem Fachhandel eignen sich gut. Wichtig ist immer, dass die Stärke durch langes Kochen vollständig aufgeschlossen ist.
Kann Getreide im Futter Allergien auslösen?
Einige Hunde reagieren empfindlich auf das im Weizen oder Hartweizen enthaltene Gluten. Häufiger liegt die Ursache für Allergien jedoch bei der Proteinquelle (z. B. bestimmte Fleischsorten). Wer auf Nummer sicher gehen will, füttert einfach komplett glutenfrei.
Wie erkenne ich, ob mein Hund zu viele Kohlenhydrate bekommt?
Typische Anzeichen für einen zu hohen Kohlenhydratanteil sind weicher Kot, Blähungen, unerwünschte Gewichtszunahme oder Trägheit. Auch die Bildung von Zahnstein kann durch zu viele zucker- oder stärkehaltige Reste im Maul begünstigt werden. Wenn das passiert, passe die Futterration an und senke den Anteil der Kohlenhydrate.
Matthias Block
Gründer von BARF-BOX & BARF-Experte
„Ich habe BARF-BOX gegründet, weil mein Hund Bobby starke Unverträglichkeiten hatte – heute weiß ich, wie wichtig eine wirklich passende Ernährung ist.“
Entwickelt seit 2017 bedarfsgerechte Barf-Menüs gemeinsam mit Ernährungsexperten
Fokus auf echte Lebensmittelqualität – 100 % naturbelassen, ohne Zusätze
Unser Ziel: BARF so einfach und sicher machen, dass jeder Hund davon profitiert